Die Masse der Retail-Trader ist derzeit so bullish im USD/JPY wie zuletzt im Februar, als das Währungspaar Kurs auf seine Rekord-Tiefs nahm. Ein derart einseitiges Sentiment begünstigt Bodenbildungsphasen.

Es ist noch nicht lange her, dass auf jeden Retail-Trader der bei FXCM Short war, 15 Retail-Trader kamen, die Long positioniert waren. Derzeit steht das Verhältnis bei 3,6 : 1. Das ist das geringste Verhältnis seitdem der USD/JPY sein letztes nachhaltiges Top im Juni 2012 markiert hatte.

Der starke Umschwung im Retail-Sentiment deutet tatsächlich auf eine Bodenbildung hin und professionelle Optionshändler scheinen sich derzeit für eine solche Bewegung im USD/JPY zu positionieren.



Das FX Options Risk Reversals zeigt weiter, dass Trader auf einem Rekord-Niveau den USD/JPY Long positioniert sind. Die deutliche Divergenz deutet darauf hin, dass nur wenige für neue Tiefs positioniert sind.

Aber: der ultimative Hinweis, ob der USD/JPY einen nachhaltigen Boden ausgebildet hat obliegt den Zinsmärkten. Die Korrelation der Zinsmärkte zum USD/JPY ist derzeit enorm hoch.



Der letzte Anstieg der Zinsen auf US Treasury Zinsen ist mit dem Anstieg im USD/JPY einhergegangen und ein größeres Reversal in US-Staatspapieren würde vermutlich auch eine Rallye im USD/JPY begünstigen.

Der japanische Yen bleibt auf jeden Fall die Zins-sensitivste Währung unter den "G10"-Währungen und der USD/JPY wird sehr wahrscheinlich auch weiterhin die Entwicklung der Zinsen von US-Treasuries nachzeichnen.

Ist es denn denkbar, dass die Zinsen von US-Staatspapieren nun eine Rallye starten?

Sowohl das Retail-Sentiment, als auch die FX-Optionsmärkte deuten auf einen potentiellen Boden im USD/JPY. Nach der Beobachung oben ist es aber zwingend erforderlich, dass US-Treasuries nachgeben bzw. die Zinsen infolgedessen anziehen.



Derzeit traden die Zinsen 10-jähriger US-Staatspapiere an ihrem wichtigen Widerstand im Bereich des 200er SMA. Es ist bekannt, dass Trader den 200er SMA sehr häufig als Gradmesser für den vorherrschenden Trend verwenden. Ein Bruch des 200er SMA nach oben deutet darauf hin, dass US-Zinsen ihren langjährigen Abwärtstrend überwinden könnten.

Der Break im März diesen Jahres lässt sich in der Nachbetrachtung als Fehlausbruch klassifizieren. Und natürlich besteht weiterhin das Risiko, dass bei einem erneuten Bruch nach oben auch dieser erneut ein Fehlausbruch bedeutet.

Aktuell lässt sich aber was spannendes beobachten, was im März noch nicht gegeben war: die 20-Tage- Rate of Change (ROC) für 10-jährige Zinsen ist so hoch wie zuletzt in den 1970ern. Das bedeutet, dass die Zinsen im Laufe des vergangenen Monats so stark gestiegen sind wie noch nie zuvor.

Zeiten extremer Volatilität sind oft durch das Markieren von signifikanten Tops und Bottoms gekennzeichnet und die aktuelle Bodenbildung im USD/JPY und auch an den US-Zinsmärkten könnte hierdurch begünstigt werden.