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Thread: 9) Das Finden einer Exit-Strategie

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    Jens Klatt's Avatar
    Jens Klatt is online now Moderator
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    Apr 2011
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    9) Das Finden einer Exit-Strategie

    Wir haben es in unseren Morning Meetings bereits mehrfach thematisiert und das Thema „Exits“ wird im Bezug aufs Trading immer wichtig bleiben. Doch warum? Interessanterweise verwenden viele Trader unfassbar viel Energie darauf, ihre Entry-Strategien zu optimieren.

    Um es einfach zu fassen: mit dem Einstieg ist noch nichts gewonnen, im Gegenteil. Mit dem Eingehen eines Trades gibt man die Entscheidung, ob es sich um einen Gewinner oder Verlierer handelt ab, nämlich an den Markt. Nur der Exit entscheidet, wie groß ein Gewinn bzw. ein Verlust eines Trades wird.

    Erinnern wir uns an die alte Trading-Weisheit, die man in jedem Trading-Buch findet: „Mache deine Gewinner groß und halte deine Verlierer klein.“ Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail zu gehen, verweise ich auf die Sektion Payoff Ratio (4. Das Payoff-Ratio und die Trefferquote).

    Natürlich kommt an dieser Stelle die Frage, wie finde ich denn nun einen guten Exit bzw. wie identifiziere ich diesen. Wie gelangt man an sinnvolle Stop-Level, deren Unter- bzw. Überschreiten dafür sorgen, dass sich das Bild für den Trade eintrübt und der Ausstieg aus dem Trade sinnvoll ist?
    Hier spielen einige Komponenten wie z.B. die markttechnischen Gegebenheiten oder die durchschnittliche Schwankungsbreite des Marktes eine Rolle.

    Grundsätzlich ist es so, dass sich sagen lässt, dass das Ausstoppen aus einem Trade, welches sich im Bereich des „Marktrauschens“ bewegt, als „schlechter Exit“ klassifiziert werden kann. Hierzu stelle man sich einfach etwas vor, was jeder Trader vermutlich nur allzu gut kennt: man geht einen Trade ein, platziert ganz vorbildlich seinen Stop, wird aus diesem „unglücklich“ ausgestoppt nur um dann zu sehen, dass der Markt sich anschließend in die richtige, ursprünglich erwartete Richtung bewegt. Im Großteil lässt sich die Ursache meist schnell ausmachen: das gewählte Stop-Niveau lag sehr wahrscheinlich zu nah am Markt und machte aus markttechnischer Sicht bzw. vor dem Hintergrund der aktuellen Volatilität keinen Sinn.

    Hierfuer gibt es ein einfaches Hilfsmittel, um eben nicht in den Bereich des aktuellen Marktrauschens seinen aktuellen Stop zu platzieren und somit die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Ausstoppens zu reduzieren. Hierzu betrachte man einfach die Average True Range, welche die durchschnittliche Schwankungsbreite in der jeweiligen Zeitebene thematisiert (hierzu schaue m an in die Lehrsektion unter http://forexforums.dailyfx.com/lehrv...managment.html (Lehrmaterial und -video zum Stop- und Trade-Managment)).

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    Alternativ und ohne Indikator kann man diese Bereiche auch markttechnisch identifizieren. Hierfür vergegenwärtige man sich, wie ein Trend aufgebaut ist (auch hier schaue man in die Lehrsektion unter http://forexforums.dailyfx.com/lehrv...d-trading.html (Lehrmaterial und -video zum Thema Trend Trading)). Beim Platzieren von Stops unter / über relative Tiefs / Hochs z.B. verändert sich das Chartbild bzw. die markttechnische Struktur und man kann davon ausgehen, dass man nicht im Bereich eines zufälligen Kursauschlags aus dem Markt geholt wurde.

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    Tatsache ist, dass schlechte Exits meist nicht nur technische Gründe haben, sondern meist vor allem psychologischer Natur sind. Wer kennt das nicht: man hat Angst vor einem eventuellen Verlust, wenn man einen Trade eingeht? Man muss in diesem Zusammenhang erkennen, dass langfristiger Erfolg und Profitabilität im Trading ein langwieriger Prozess ist und nicht von einem Trade abhängt. Wenn es uns gelingt, dass unsere durchschnittlichen Gewinner wesentlich groeßer sind als unsere durchschnittlichen Verlierer (Stichwort Payoff Ratio (4. Das Payoff-Ratio und die Trefferquote)) und wir begreifen, dass hierfür ein gutes Exit-Management obligatorisch ist, dann haben wir bereits einen großen Schritt in Richtung Profitabilität beim Trading gemacht.

    Welche Möglichkeiten gibt es denn neben einem markttechnischen Ausstieg aus einem Trade noch? Es gibt Trendfolge-Systeme, wie z.B. den Donchian Channel oder aber den Super Trend Indikator, bei deren ein einfacher Blick auf die Definition reicht um deren Bewandnis im Bezug auf die Formulierung einer Exit-Strategiezu erkennen.

    Def. Donchian Channel (DNC)

    Der Donchian Channel wird durch den Höchststand und den Tiefststand der letzten n Perioden gebildet und stellt die Schwankungsbreite des Kurses der letzten n Perioden dar.
    Demnach dient er als nützlicher Indikator um die Volatilität der Kurse zu erkennen. Sind die Kurse „stabil“ ist der Kanal relativ schmal, bei großen Bewegungen wird er breiter.
    Bekannt geworden ist der DNC als Trendfolgesystem, bei welchem ein Ausbruch zu einem neuen Hoch ein Kaufsignal darstellt und ein Ausbruch zu einem neuem Tief ein Verkaufsignal ist. Hieraus resultierend könnte man z.B. eine einfache Exit-Strategie dadurch definieren, dass man seinen Stop auf das Hoch / Tief des DNC nachzieht.

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    Def. Supertrend

    Der Supertrend ist eine gleitende Stopp- und Umkehr-Linie, die auf Basis der Volatilität ermittelt wird.
    Einfach gesprochen und das sagt ja der Name auch schon, kann der Supertrend einfach eine Information über den vorherrschenden Kurstrend liefern. Liegt der Markt über dem Indikator herrscht ein Aufwärtstrend, sonst ein Abwärtstrend.
    Als Exit lässt sich der Supertrend insofern nutzen, als dass bei einem Rücklauf unter bzw. über den Suptrend (wenn man so will einen Umschwung auf grün von rot bzw. umgekehrt) ein Ausstiegssignal aus dem Trade generiert wird.

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    Auch im Fall des Donchian Channel und Supertrend sehen wir: aus rein technischer Sicht findet eine klare Veränderung des Gesamtbildes statt.
    Die von mir an dieser Stelle vorgestellten Ansätze um eine Exit-Strategie zu formulieren, funktionieren bei mir sehr gut. Allerdings kann es natürlich sein, dass das für andere Trader ein anderer Exit sinnvoll ist. Wie jemand seine Exits definiert, dort sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt Zeit-Exits, Exits die auf Mond-Zyklen basieren. Wichtig ist, dass man herausfindet, welche Exit-Strategie zum eigenen Handelsansatz passt. Fühlt man sich mit dem Exit wohl, passt dieser zu einem. Und übergeordnet ist natürlich die Frage nach der Performance, die sich einerseits dramatisch verbessern kann, wenn man die passende Exit-Strategie für sich gefunden hat, andererseits kann die durchdachteste Herangehensweise in Verbindung mit dem falschen Exit zu einem Desaster führen.

    Klar sollte sein, dass ich versuche meinen Exit an die Gegebenheiten des Marktes anzupassen und hierfür die Volatilität eine wichtige Rolle spielt.

    Bei Fragen oder Anmerkungen stehe ich euch natürlich gerne zur Verfügung,

    mit den besten Grüßen

    Jens
    Last edited by Jens Klatt; 05-13-2012 at 11:27 AM.
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    Jens Klatt, DailyFX-Marktanalyst Deutschland - jklatt@fxcm.de

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